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Verkehrssicheres Fahrrad

Das Fahrrad benötigt ständige Wartung und Kontrolle, vor allem wenn es ganzjährig genutzt wird. Feuchtigkeit und Streusalz setzen einem Fahrrad im Winter besonders zu. Spätestens mit steigenden Temperaturen werden viele weitere Fahrräder aus dem Winterschlaf geholt. Bevor aber losgeradelt wird, sollte die Technik des Fahrrades überprüft werden, denn sicher fährt kann nur auf einem sicheren Rad gefahren werden. Am besten geschieht dies durch einen Profi des Fahrrad-Fachhandels.


Nachfolgende Check-Liste soll dabei helfen, selbst an die wichtigsten Aspekte eines verkehrssicheren Fahrrades zu denken.

Erster Tipp: Fahrrad putzen! Bei einem sauberen Fahrrad können mögliche Mängel besser ausfindig gemacht werden.

Klingel

Foto: © MWAEV

Jedes Fahrrad muss rechtlich mindestens mit einer helltönenden Glocke ausgestattet sein, um im Bedarfsfalle auf sich aufmerksam zu machen.

Rechtlich zwar nicht vorgeschrieben aber sehr nützlich kann ein Rückspiegel am Lenker sein, um den nachfolgenden Verkehr besser im Blick zu halten.

Lenker und Sattel

Foto: © MWAEV

Überprüfen Sie, ob die Höhe und Neigung noch richtig eingestellt und die Schrauben fest angezogen sind. 

Fahrradkette

Foto: © MWAEV

Wurde die Kette länger nicht bewegt, kann sich die Kettenschaltungen verstellen. Sie „rattert“ oder Gänge verstellen sich ungewollt. An der Zugspannschraube der Kette kann dies behoben werden. Wenn Sie die Schraube im Uhrzeigersinn drehen, bewegt sich die Kette zum größeren Ritzel hin und umgekehrt. Das Justieren erfolgt nur in behutsamen Schritten. Wer sich hier unsicher ist, sollte den Fachmann beauftragen.

Auch die Reinigung der Kette dient ihrer optimalen Funktion: Mit einem alten Lappen sollte erst der Schmutz von der Kette gelöst werden. Danach ist sie zu ölen. Ein Tropfen pro Kettenelement genügt. Danach lassen Sie die Kette ein wenig im Leerlauf durchlaufen. 

Reifen

Foto: © MWAEV

Felgen kontrollieren
Läuft das Rad rund oder eiert es an einer Stelle („Acht“)? Ist die Felge verbogen, sollte der Fachhandel aufgesucht werden, denn das Zentrieren einer Felge ist Profi-Wissen.

Reifenmantel kontrollieren
Wie stark ist das Reifenprofil, gibt es Risse oder andere Beschädigungen? Das Wechseln des Reifenmantels erfordert ein wenig Geschick. Informieren Sie sich im Internet. Sollten Sie sich das nicht zutrauen, wenden Sie sich an den Fachhandel.

Richtiger Luftdruck
Wurde das Rad länger nicht genutzt, kann Luft aus dem Reifen entweichen. Dafür muss kein Loch verantwortlich sein. Der richtige Luftdruck ist auf dem Mantel aufgedruckt. Drücken Sie mit den Daumen auf den Reifen. Lässt sich der Reifen mehr als 1 cm eindrücken, muss der Reifen aufgepumpt werden.

Bremsen

Foto: © MWAEV

Jedes Fahrrad muss über zwei unabhängig voneinander funktionierende Bremsen verfügen. Bremsen sind lebenswichtig. Ihre Kontrolle ist zwingend. Raue oder quietschende Geräusche deuten auf einen Verschleiß der Bremsbeläge hin. Heruntergefahrene Bremsbeläge sind auch daran zu erkennen, dass Markierungen an den Belägen abgenutzt sind. Die Erneuerung von Bremsbelägen sollte nur von einem Fachmann vorgenommen werden.

Die Bremszüge müssen von Schmutz und Rost befreit werden. Ein wenig Fahrradfett hilft, sollten diese schwergängig sein. Zum Nachfetten kann Kriechfett verwendet werden, welches im Fachhandel erhältlich ist.

Beleuchtung

Foto: © MWAEV

Leider nehmen es viele noch nicht ernst genug. Die gesetzlich vorgeschriebene Beleuchtung dient nicht nur dem besseren Sehen, sondern vor allem auch dem besseren Gesehen werden. Viele fahren bei Dämmerung oder Dunkelheit ohne Licht. Sie riskieren dadurch nicht nur ein Verwarngeld. Sie gefährden sich und andere dabei unnötigerweise selbst.

Rüsten Sie ihr Fahrrad mit den vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen aus. Überprüfen Sie, ob Scheinwerfer und Rücklicht funktionieren. Sollte dies nicht der Fall sein, ist in den meisten Fällen die Glühlampe defekt, oder eine Kabelverbindung hat sich gelöst. Tauschen Sie gegebenenfalls die Lampe aus und stecken Sie die Kabelverbindungen wieder fest.

Neben einer funktionierenden Fahrradbeleuchtung ist das Tragen von heller Funktionskleidung oder Sicherheitswesten mit eingearbeiteten retroreflektierenden Applikationen oder die Nutzung von reflektierenden Bändern an Armen und Beinen sehr zu empfehlen, um die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen.



Für Radfahrende sollte daher gelten: Auffallen ist alles.

Sie sollen in folgenden Farben leuchten:

Weiß:

  • Frontscheinwerfer und Frontreflektor

Rot:

  • Rücklicht mit roten Groß- und Kleinrückstrahlern

Gelb:

  • Pedalreflektoren


An den Längsseiten des Fahrrades sind zudem anzubringen:

  • Weiße Speichenreflektoren oder Speichenhülsen an jeder Speiche

oder

  • ringförmige weiße Streifen an jedem Reifen oder Felgen

oder

  • mindestens zwei um 180 Grad versetzt angebrachte gelbe Speichenrückstrahler an beiden Rädern

Die technische Entwicklung der letzten Jahre kam auch der Fahrradbeleuchtung zugute. So ist der schwerfällige und ungeliebte Reifendynamo längst einer modernen und energiesparenden Lichttechnik mit Nabendynamo, LED-Frontscheinwerfern und LED-Rücklichten mit Standlichtfunktion gewichen. Auch batteriebetriebene Anlagen sind mittlerweile erlaubt, die den Fahrkomfort nicht trüben, dafür aber dunkle Straßen taghell ausleuchten. Wegen ihrer enormen Leuchtkraft ist daher wesentlich, dass sie eine straßenverkehrsrechtliche Zulassung haben und zur Vermeidung einer Blendgefahr stets korrekt eingestellt sind. 

Fahrradanhänger

Übrigens: Auch Fahrradanhänger unterliegen Beleuchtungsvorschriften:

Nach vorne:

  • Breiter als 60 cm: Zwei weiße Rundreflektoren, max. Abstand Außenkante 20 cm
  • Breiter als 100 cm: Zusätzlich weiße Frontleuchte links

Nach hinten:

  • Alle: Zwei rote Reflektoren „Kategorie Z“, max. Abstand Außenkante 20 cm

Zusätzlich mit roter Schlussleuchte links:

  • Alle, wenn der Anhänger die Schlussleuchte des Fahrrades überwiegend verdeckt.
  • Breiter als 60 cm:

Seitlich ist eine der drei Alternativen anzuwenden, wie sie beim Fahrrad gelten (s.o.)



Ist das Fahrrad verkehrssicher, kann es losgehen.


Kontakt:

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr
Referat D/3 – Landesunfallkommission
Franz-Josef-Röder-Straße 17
66119 Saarbrücken

E-Mail:  referat.d3@wirtschaft.saarland.de